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29. Juni 2023, Mobilität

So gelingt der Umstieg auf den ÖPNV

Es gibt viele Alternativen zum PKW, die in der Stadt Stuttgart angeboten werden – seien es verschiedene Elektromobilitäts- oder Sharing-Angebote, Fahrradwege oder der öffentliche Nahverkehr. Trotzdem zeigt die aktuelle KONTIV-Studie (Kontinuierliche Erhebung zum Verkehrsverhalten), dass Stuttgarter und Stuttgarterinnen ihre Wege neben den Fußwegen am liebsten mit dem PKW zurücklegen. Die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs rückt hierbei gedanklich in den Hintergrund. ÖPNV-Dienstleister in und um Stuttgart versuchen diesem Trend mit aktuellen Angebotsentwicklungen entgegenzuwirken.

So können Sie den ÖPNV in und um Stuttgart nutzen

Die kürzliche Einführung des DeutschlandTickets hat für eine deutliche Senkung der Kosten und für eine starke Flexibilisierung des öffentlichen Nahverkehrs gesorgt. Denn das DeutschlandTicket ist ein monatlich kündbares Abo, das lediglich 49 Euro im Monat kostet. Für diesen Preis kann man den gesamten Nahverkehr bundesweit nutzen. So auch alle Busse, Stadtbahnen, Zahnrad- und Standseilbahnen sowie alle S-Bahnen in Stuttgart. Unter folgendem Link gibt es weitere Informationen, einen Ticketassistenten sowie die Möglichkeit das DeutschlandTicket zu erwerben: www.dein-deutschland-ticket.de.

Für Gelegenheitsnutzer des ÖPNV und Hobbyreisende, für die sich das DeutschlandTicket nicht lohnt, gibt es seit Anfang Juli 2023 ein brandneues Angebot: die „VVS BWeit“ App. Mit nur einem Wisch können Appnutzer durch die Check-in-Check-out-Funktion mit dem Nah- und Regionalverkehr durch
ganz Baden-Württemberg fahren („CiCo-BW“). Die App vereint alle Verkehrsverbünde und
berechnet automatisch den günstigsten Ticketpreis oder bei mehreren Fahrten an einem Tag den Tagesbestpreis. Nutzer der App müssen sich also dank VVS BWeit keinen Kopf mehr über Verbundgrenzen und Tarife in Baden-Württemberg machen und kommen bequem an Ihrem Zielort an – auch wenn sie kein DeutschlandTicket besitzen. Mehr Infos zu VVS BWeit gibt es unter: VVS BWeit | ÖPNV App für Baden-Württemberg (vvs-bweit.de).

Für Verkehrsteilnehmer, die sich nicht auf ein Verkehrsmittel beschränken möchten, könnte polygo interessant sein. Denn die polygo App vereint verschiedene Dienstleistungen im Bereich der Mobilität in Stuttgart. Somit kann man sowohl Tickets für Busse, Stadtbahnen und S-Bahnen buchen als auch die Verfügbarkeiten von diversen Sharing-Angeboten und Ladestationen für E-Fahrzeuge in einer App überblicken. Der Schlüssel dafür ist die polygoCard, die man bei Abschluss eines VVS-Abonnements erhält. Polygo-Nutzer profitieren zudem regelmäßig von attraktiven Sonderkonditionen bei den polygo-Mobilitätspartnern. Ferner sind Serviceleistungen der Stadt Stuttgart sind mit der polygoCard abgedeckt. Mehr Infos zu polygo findet man unter: www.mypolygo.de.

Zusätzlich zu diesen Angeboten bietet die Stuttgarter Straßenbahnen AG ihren Kunden weitere umfassende Produkte und Leistungen an, die sich auch in Zukunft stetig weiterentwickeln und an die Bedürfnisse der Kunden anpassen werden. Mehr Informationen zum Angebot sowie den Kontakt der Stuttgarter Straßenbahnen AG gibt es hier: www.ssb-ag.de

Warum es sinnvoll ist den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen

Der wichtigste Vorteil des ÖPNV ist der geringe Ausstoß von Treibhausgasen. Vergleicht man die Klimawirkung einzelner Verkehrsarten im Personenverkehr (bezogen auf die CO2-Äquivalente), so hat der öffentliche Nahverkehr – nach dem Fuß- und Fahrradverkehr – die mit Abstand geringste Klimawirkung in Deutschland. Aktuell erbringt der öffentliche Nahverkehr acht Prozent der Verkehrsleistung im Personenverkehr, verursacht dabei aber nur vier Prozent der Treibhausgasemissionen in dem Segment. Beim öffentlichen Personennahverkehr ist der Ausstoß an Treibhausgasen unter Betrachtung der Verkehrsleistung im Personenverkehr somit sehr gering. (Quelle: Umweltfreundlich mobil! (umweltbundesamt.de), S. 15ff).

Zudem kann ein Argument genannt werden, das gerne übersehen werden will: das Kostenargument. Der ADAC berechnet und vergleicht jährlich die Autokosten von circa 1.500 Neuwagen-Modellen verschiedener Marken. Berücksichtigt werden hierbei der Grundpreis, Wertverlust, Betriebskosten, Fixkosten sowie Werkstatt- und Reifenkosten. Diese vom ADAC aufgeführten Autokosten liegen – je nach Modell – zwischen 424 Euro und 3592 Euro pro Monat und sind somit um ein Vielfaches höher als der durchschnittliche Monatspreis für ein Ticket oder Abonnement in einem Verbund öffentlicher Nahverkehrsmittel. (Quelle: autokostenuebersicht.pdf (adac.de)).

Neben diesen harten Faktoren begünstigen zusätzliche weiche Faktoren die Wahl für den ÖPNV.
So erspart man sich bei der Nutzung mit der Bahn lästige Staus und sonstige alltägliche Straßenverkehrsgeschehen. Stattdessen kann die Reisezeit in Bussen und Stadtbahnen effektiv genutzt werden, um persönlichen Interessen nachzugehen oder sich einfach mal entspannt zurückzulehnen. Auch der soziale Faktor während der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel kann manchmal von Vorteil sein.

Was heißt das konkret?

Eines steht fest: Die Wahl des Verkehrsmittels ist individuell und fängt im Kopf und mit dem Mindset an. Ein hilfreicher Tipp, um den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu erleichtern ist der, die Verkehrsmittelwahl vor jedem Weg bewusst zu treffen und diese zu hinterfragen. Der Anspruch sollte keinesfalls sein, Verkehrsmittelgewohnheiten von heute auf morgen radikal zu ändern. Manchmal reicht es, sich selbst zu fragen: „Muss es für meinen anstehenden Weg das Auto sein? Ist die Fahrt mit der Bahn, dem Bus und/oder dem Fahrrad nicht sogar praktischer? Sowohl für meine Gesundheit, meinen Geldbeutel und meine Umwelt? Welche Optionen habe ich in diesem Moment?“ und somit öffentliche Verkehrsmittel Schritt für Schritt in den Alltag und das individuelle Mobilitätsverhalten zu integrieren. Auch ein Mix aus verschiedenen Verkehrsmitteln, wie es die polygo App anbietet, kann eine gute Möglichkeit sein, um die Verkehrsmittelwahl an individuelle Bedürfnisse und Vorlieben anzupassen und somit das persönliche Mobilitätsverhalten zu verändern.

 

BILDNACHWEIS: MEERFOTO / DIEDERICH

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