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20. april 2022, wohnen

Wie aus einem alten Backsteinbau ein urbanes, energetisch saniertes Wohnhaus wird

Gerade im Innenstadtraum der Stadt Stuttgart gibt es viele Gebäude, aber nur wenig Platz. Wie man die Flächen eindrucksvoll, funktional und energetisch nutzt, erfahren Sie in diesem Praxisbeispiel. Aus einem alten Backsteinbau in Stuttgart-Mitte wurde ein modernes Wohngebäude. Es sieht nicht nur schick aus, es erfüllt auch den energetischen Passivhausstandard.

Das eindrucksvolle Gebäude befindet sich im Stuttgarter Heusteigviertel in der Olgastraße, versteckt in einem Innenhof. Das moderne Design in lichtgrau erinnert an einen Monolithen, bei dem Fassaden und Dach fast nahtlos ineinander übergehen. Dieses Gebäude ist nicht nur aufgrund seines besonderen Aussehens ein Hingucker: Das Konzept ist auch energetisch und nachhaltig durchdacht.

Aufstockung mit Holz & Stahl

Ausgangspunkt der Sanierung war 2011 ein schlichter Backsteinbau einer Zuckerbäckerfabrik aus der Gründerzeit. Das leerstehende Haus diente zuvor einem Modelleisenbahnbauer als Werkstatt, dazu gab es ein Büro und eine Wohnung. Der Kern des traditionellen Stuttgarter Rückgebäudes sollte so erhalten bleiben: Flexible Räume zum Wohnen und Arbeiten. Das Architekturbüro g2o hat sich auf das Entwerfen von energetisch funktionalen und nachhaltigen Gebäuden spezialisiert. Aus dem einfachen Mauerwerksbau haben sie Ihre eigenen Architekten-Büros sowie drei Geschosswohnungen und zwei 1-Zimmer-Apartments erschaffen. Um das volle Potenzial des Bestandsbaus auszunutzen, wurde er aufgestockt. Zwei Stockwerke kamen in Holz- und Stahlbauweise hinzu, was das Gebäude nachhaltig, statisch und logistisch effizient macht. Das Treppenhaus aus Stahl, über das man alle Geschosse erreichen kann, wurde einfach außen dazu gestellt.

Rundum energetisch saniert

Die Außenwände und Fenster sind seit der Sanierung bestmöglich gedämmt. Zur Energieversorgung des Gebäudes dient eine Luft/Wasser-Wärmepumpe in Ver­bindung mit einer Fußbodenheizung. Außerdem wird mit modernen Geräten dezentral be- und entlüftet. Das System kann Wärme aus der Abluft zurückgewinnen. Insgesamt erreicht der Wohnbau nach Fertigstellung den Passivhausstandard. Das bedeutet, das Haus verbraucht durch seine Wärmedämmung und Lüftungstechnik rund 80-90 Prozent weniger Heizwärme als ein Altbau. Heizen ist somit nur noch selten nötig, der meiste Verbrauch entsteht durch die Bereitung von warmem Brauchwasser.

Individueller Wohnkomfort

Außen monolithisch, innen individuell gestaltet. Dieses Motto haben die g2o-Architekten bei der Gestaltung der Innenräume umgesetzt. Jede Einheit ist an die Bedürfnisse der Bewohnenden angepasst. Im Hochparterre befindet sich heute die Büroeinheit. Hier erzählen die alten Backsteinwände sichtbar von ihrer Vergangenheit. Sie stehen im Kontrast zur modernen Fassade. Sichtbeton, helle Oberflächen und zarte Pastelltöne führen die zeitlose Linie des Gesamtkonzepts fort. In den oberen Wohnetagen tragen sichtbare Decken nicht nur zu einer ansprechenden Ästhetik bei, sondern schaffen auch eine gute Raumakustik. Der geschliffene Estrichboden mit buntem Rheinkies ist in jeder Etage verlegt und verbindet so alle Einheiten miteinander.

Sie wollen auch sanieren?

Energetische Sanierungen in Wohngebäuden werden von der Stadt Stuttgart bezuschusst. Wer sein Haus komplett saniert und damit einen Passivhausstandard erreicht, kann bis zu 25 Prozent Zuschuss erhalten.

Auch einzelne Verbesserungen werden gefördert: Fassadendämmung, Dachdämmung oder ein Fenstertausch sind gute Einstiegsmöglichkeiten einer energetischen Sanierung. Auch für den Einbau einer ökologischen Heizung oder für thermische Solaranlagen gibt es Zuschüsse. Zusätzliche Gelder gibt es, wenn ökologische, zertifizierte Dämmstoffe oder Holz- bzw. Holz-Alu-Fenster verwendet werden.

Eine Übersicht der Förderprogramme und weitere Informationen finden Sie hier. Die Erstberatung und Prüfung der Maßnahmen übernimmt das Energieberatungszentrum Stuttgart EBZ. Vereinbaren Sie am besten gleich einen Termin im Energieberatungszentrum Stuttgart.

 

Bildrechte: Brigida Gonzalez

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